Resampling Qualität im Vergleich 

Inhaltsverzeichnis
Seite 2/7 Zurück  |  Weiter:  Ergebnisse 1/3 - schweres Aliasing

Der Test

Der Test erweitert zwei vorhandene populäre Test-Webseiten:

  • 15 kHz Test von DJLaser benutzt eine 15 kHz Sinuswelle, was den Effekt unter Laborbedingungen zeigt
  • Tamburin Test von Simon V benutzt ein Tamburin-Sample, was den Effekt an einem Beispiel aus dem Leben zeigt

Beide Tests vergleichen ein 44.1 kHz Sample, indem sie es im Bereich von +/- einer Oktave um den Root-Key herum abspielen. Allerdings lässt dieser Test-Bereich zu viel Raum für die Sampler, mit etwas Glück davonzukommen. Aus den 1-Oktaven Screenshots könnte der Eindruck entstehen, dass es nur "Pech" ist, wenn ein oder zwei Noten hör- und sichtbares Aliasing aufweisen und alle anderen scheinbar nicht. Das ist natürlich nicht die Wahrheit. Schon wenn man einen anderen Test-Sound benutzen würde, wäre das hörbare Resultat anders. Um diesen Zufallsanteil zu vermeiden habe ich den Test auf +/- 2 Oktaven erweitert und als dritten Test einen ansteigenden Frequenzverlauf (Sweep) benutzt. Natürlich spielt man bei üblichen Multisample-Instrumenten ein Sample nur wenige Halbtöne vom Root-Key entfernt ab. Wenn aber Ihr Sampler diesen Test besteht wissen Sie, dass Sie sich niemals um Aliasing-Probleme kümmern müssen. Ein Aliasing-freier Sampler wird jeden Sound-Typ mit jeder Transponierungsrate und jeder Samplingfrequenz sauber abspielen, ohne dabei die Harmonien zu zerstören oder den harten "digitalen" Sound zu erzeugen, der durch das Hochfrequenz-Chaos entsteht.

Ich habe den Tamburin-Test mit 48 statt 44.1 kHz durchgeführt, um die Ergebnisse 1:1 zum 48 kHz Onboard-Sampler der Creative Audigy 2 vergleichbar zu machen und auch die nicht unübliche Situation zu testen, dass ein Sample zwar auf dem Root-Key abgespielt wird, aber Samplefrequenz und Ausgabefrequenz nicht übereinstimmen.

Die Einstellungen der 3 Tests sind auf der Seite Testen Sie Ihren eigenen Sampler! genannt, inkl. der 3 Test-Songs und -Samples zum Download. Die folgende Tabelle soll Ihnen eine Hilfe zur Interpretation der Resultate geben. Die animierten Screenshots zeigen den Unterschied zwischen einem durchschnittlichen und einem perfekten Beispiel. Je sauberer das Bild, desto sauberer der Sound.

15 kHz Sinus Test erklärt

Tamburin Test erklärt

16 Noten aufwärts (C4 - C6) und abwärts (C4 - C2)

Die Ergebnisse dieses Tests sind ziemlich schockierend, da eine 15 kHz Sinuswelle ein extremes Beispiel ist. Die gesamte Signalenergie konzentriert sich auf einer einzigen Frequenz *und* diese Frequenz befindet sich am oberen Ende des getesteten (und hörbaren) Frequenzbereiches. Das ist jedoch perfekt, um die Unterschiede zwischen den Samplern sichtbar und hörbar zu machen. All diese hübschen bunten Balken zeigen die Zerstörung des harmonischen Inhaltes des Sounds.

Perfektes Ergebnis:

  • keine reflektierten Geister-Noten
  • Upsampling (linke Hälfte) zeigt 4 Noten, nicht 5 oder mehr

Die 5. Note ist bereits ein Aliasing-Fehler: 15000 * 2^(7/12) = 22475, was 425 Hz über dem möglichen Ausgabebereich liegt. Wenn sie dunkelrot dargestellt ist, bedeutet das eine Reduktion von ca. 30 dB, was man bei > 21 kHz sicher als unhörbar ansehen kann :-)


16 Noten aufwärts (C4 - C6) und abwärts (C4 - C2)

Dieser Test zeigt, wie es den hochfrequenten Anteilen eines "echten" Samples ergeht. Je weiter oberhalb des Root-Key (linke Hälfte), desto mehr falsche niedrige Frequenzen sind eventuell hörbar und das Tamburin wird zum "Bang" - gespiegelte
Aliasing-Frequenzen in Aktion. Je weiter unterhalb des Root-Key (rechte Hälfte), desto mehr hartes Hochfrequenz-Geräusch ist eventuell hörbar.

Perfektes Ergebnis:

  • auf Root-Key (1. Note auf- und abwärts): die oberen 10% (4 kHz) sollten schwarz sein, da wir ein 44.1 kHz Sample mit 48 kHz Ausgabefrequenz abgespielt haben
  • oberhalb Root-Key (linke Hälfte): Farbspektrum sollte sich dehnen, aber nicht verändern, unteres Ende sollte dünner werden, ohne neue Dinge zu erzeugen (der "Bang")
  • unterhalb Root-Key (rechte Hälfte): obere rechte Ecke sollte schwarz sein, wenn Sie eine gedachte Linie entlang der schwarzen Grenze ziehen, sollte sie oben exakt auf der ersten Note (Root-Key) enden, nicht auf der 2. oder 3.

Sweep Test erklärt


C5 + C4 (Root-Key) + C3

Das Testsignal enthält Sinuswellen fünf verschieden schnell ansteigender Frequenz-Sweeps. Dieser Test demonstriert die Flankensteilheit des angewendeten Filters und die Stärke der verbliebenen Reflektionen für drei Resampling-Faktoren: 2 (C5), 1 (Root-Key C4) und 0,5 (C3).

Perfektes Ergebnis:

  • keine Reflektionen, nur 5 saubere Linien
  • Bild 1: Linien laufen oben aus dem Bildschirm heraus
  • Bild 2: volle Stärke von unten bis oben, keine Reduktion der oberen Frequenzen
  • Bild 3: Linien enden auf halber Höhe des Bildschirms




Seite 2/7 Zurück  |  Weiter:  Ergebnisse 1/3 - schweres Aliasing


Inhaltsverzeichnis
  Einleitung
  Der Test
  Ergebnisse 1/3 - schweres Aliasing
  Ergebnisse 2/3 - durchschnittl. Aliasing
  Ergebnisse 3/3 - kein hörbares Aliasing
  Testen Sie Ihren eigenen Sampler!
  Aliasing Beispiele